1.FC Köln – Mir stonn ze Dir, aber nit um jeden Preis!

Sportplatz in Rodenkirchen

Sportplatz in Rodenkirchen

Der FC will mit der Stadt über eine Absenkung der Stadionmiete verhandeln, der für die 2. Liga vertraglich vereinbarte Mietzins von € 3,2 Mio. per anno sei zu hoch. Man will auf eine erfolgsabhängige Miete umstellen.
Gegen eine vom Erfolg abhängige Bezahlung ist im Grundsatz nichts einzuwenden, wenn derjenige, für den diese Regelung gelten soll, auch auf Erfolg oder Misserfolg Einfluss nehmen kann. Die Stadt kann aber weder auf den sportlichen noch auf den wirtschaftlichen Erfolg des FC irgendeinen Einfluss nehmen. Folglich fehlt es an dem wesentlichen Anknüpfungspunkt für eine erfolgsabhängige Vergütungsregel.
Kann der FC sich die Stadionmiete von € 3,2 Mio. wirklich nicht leisten? Konkrete Zahlen legt der FC nicht vor. In dem Konzernabschluss zum 30.06.2011 weist der Verein für Gehälter ohne Sozialabgaben und Altersvorsorge einen Aufwand von ca. € 35 Mio. aus. Würde der FC in diesem Bereich auf eine erfolgsabhängige Entlohnung umstellen, dann wäre die Zahlung der Stadionmiete kein Problem.
Anstatt über eine Absenkung der Stadionmiete sich Gedanken zu machen, sollte der FC lieber daran denken, was die Trennung von Manager Finke oder Trainer Solbakken, die Entlohnung von Profis, die zwar unter Vertrag, aber nicht im Kader stehen, kosten. In diesem Missmanagement und nicht der Stadionmiete liegen die wirtschaftlichen Probleme des FC begründet. Und nur hier können diese Probleme gelöst werden. Und zwar nur vom FC selbst!
Die Stadionmiete ist, sehr vorsichtig formuliert, auch als wirklich moderat zu bezeichnen. Der Stadionneubau hat nämlich ohne Infrastrukturmaßnahmen wie Parkplätze und dergleichen € 119,5 Mio. gekostet. Die Miete entspricht also weniger als 2,68% der Baukosten.
Im Kölner Süden fehlen Sportplätze und –hallen, die Öffnungszeiten des Hallenbades Rodenkirchen werden gekürzt. So lange hier das Geld fehlt, kann und darf die Stadt nicht die wirtschaftlichen Probleme des FC lösen wollen!